| Chronik |
Heutiger Altkamerad ist fast
gleich alt wie die Feuerwehr
selbst.
Anfang der siebziger Jahre wurde
erstes FF-Auto angeschafft.
Mehr als 70 Jahre ist Johann
Robinig bereits Mitglied der
Freiwilligen Feuerwehr St.
Michael ob der Gurk. Der heute
90-Jährige erlebte die Gründung
fast noch mit. Denn 1912
formierten sich in seinem Ort
die Florianijünger. Lorenz
Wröhlich, Großvater des heutigen
Kommandanten Heinz Wröhlich,
führte die Männer. Die erste
handbetriebene Spritze – mit dem
klingenden Namen "Kärntner
Normalgebirgswagenspritze" –
konnte gleich im Gründungsjahr
gekauft werden. Zwölf Monate
später weihten die Blauröcke
schließlich ihr erstes Rüsthaus
ein.
Dass die 1936 angeschaffte
Motorspritze vom Typ RK24 heute
noch im Zeughaus aufbewahrt
wird, heißt nicht, das sie auch
zum Einsatz kommt. Sie wurde
schon durch eine RK70 ersetzt,
die Brände werden bereits mit
der hochmodernen Ziegler 12
gelöscht.
Vom Pferd zum Traktor:
Wie bei vielen Wehren, zog
anfangs auch in St. Michael ein
Pferdegespann den Spritzenwagen.
Erst spät stiegen die
freiwilligen Helfer auf eine
Zugmaschine um. "Wir hatten den
schnellsten Traktor von allen.
Sobald die Sirene losging, war
ich schon unterwegs", erinnert
sich Kommandant Wröhlich zurück.
Erst 1972 konnten die Mannen mit
einem Kleinlöschfahrzeug
ausrücken, das wiederum durch
das aktuelle FF-Auto ersetzt
wurde.
Neben den verschiedenen
Einsätzen sorgen die
Florianijünger auch für
Feststimmung. Das traditionelle
Feuerwehrfest wird heuer am
Sonntag, dem 18. Juli (Beginn 10
Uhr), beim Rüsthaus
veranstaltet.
Ein
Weltrekord beim
Schlauchverlegen:
Mehr als 500 Einsätze
absolvierten die Männer der FF
St. Michael im Laufe ihrer
Geschichte. Ein heißes Pflaster
war Schöndorf, wo das
Wirtschaftsgebäude des
Kommandanten Heinz Wröhlich
niederbrannte, wenige Jahre
später musste bei seinem
Nachbarn gelöscht werden.
Auch zum großen Waldbrand in der
Trögerner Klamm wurden die
Blauröcke gerufen.
Die St. Michaeler bezeichnen
sich als Weltrekordhalter. Sie
halfen den Völkermarktern,
Löschschläuche vom Klopeiner See
bis in die Abstimmungsstadt zu
verlegen. Mit der längsten
Wasserleitung stehen die Männer
bereits mehr als zehn Jahre im
Guinnessbuch der Rekorde. |